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So, Donald Trump hat also das Klimaabkommen gekündigt. Er meint, damit Stärke zu zeigen, und leistet der amerikanischen Wirtschaft - sowie allen anderen - damit einen Bärendienst.

Eine Gesellschaft in der keiner mehr Schwäche zeigen darf, unterscheidet sich grundlegend von einer Gesellschaft, in der Schwächen behoben werden. Wenn nichts Falsches mehr auf den Tisch kommen darf, kann auch nicht daran gearbeitet werden.

So ist der wegfallende Zwang, ökologisch und wirtschaftlich handeln zu müssen, für schlecht wirtschaftende und wenig innovative Unternehmen zwar im ersten Moment ein Gewinn. Langfristig schadet es aber denen, die sich anstrengen; die in neue Technologien und sparsamen Umgang mit Ressourcen inverstieren. Seltsamerweise scheint es vollkommen akzeptabel zu sein, eine Firma, und damit die anfallende Arbeit, mit möglichst wenig Menschen umzusetzen. Dies mit möglichst wenig Einsatz von Rohstoffen und Energie, bzw. Umweltschäden zu verwirklichen, scheint Wirtschaftsliberalen geradezu ein Dorn im Auge zu sein.

Und dabei sind gerade diese Anforderungen eine Möglichkeit, die Wirtschaft eines Landes - und damit die einzelnen Unternehmen - zukunftssicher zu machen.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, wo die Menschen die ersten Schritte zu den Sternen machten. Wo es cool war, neue Dinge zu entdecken, zu erfinden, und einfach besser zu werden, wieder auf die Fresse zu fallen, und wieder aufzustehen, um diesmal noch weiter zu gehen.

Jetzt bin ich in einem Alter, in dem ich nicht akzeptiere, auf ein Rentenalter zu schauen, in dem ich in der Ecke sitze und jammere "früher war alles Besser".

 

 

Update:

Tesla -Chef Elon Musk reagiert bereits, und droht mit Stopp der Zusammenarbeit.

 

Zwangsverheiratet. Ihr kennt das.

Eh, was?

Ich sage nur: Abenteuer Kassenschlange. Da gibt es immer wieder diesen Herrn, der Probleme hat. Sei es, dass der Rabattcoupon sich als "schon eingelöst" meldet; sei es dass er den Prospekt ganz anders verstanden hat, und das nun die Kassierer-Filialleiterhirarchie hocheskalieren will. Oder die Kasse streikt, oder bei der Fastfoodkette hat ein Produkt plötzlich einen Fertigungsengpass. Egal.

Das Drama bahnt sich an, wenn ich dahinter stehe.

Phase 1: Hoffnung

Das Problem könnte sich bald lösen. Ich habe es nicht eilig. Also sehe ich die anderen Schlangen immer weiter zusammenschmelzen.

Phase 2: Aufgabe

Natürlich war das optimistisch, und natürlich funktionierte der Plan aus Phase 1 nicht. Jetzt kommt aber der Moment, an dem sich die Geduld als fatale Entscheidung entpuppt hat.

Phase 3: Fremdeinwirkung

Denn das Kassenpersonal hat mittlerweile das Problem erkannt und fängt an, die Schlange hinter mir abzuarbeiten.

Phase 4: Wait, what?

Ja, genau, die Schlange hinter mir. Gezielt wird der Herr, die Frau, das Päärchen direkt hinter mir angesprochen: Sie können auch hier rüber kommen. Die sind dann in der Regel auch erleichtert, und folgen der Aufforderung.

Phase 5: Erwachen

Ich lasse die zunächst Aufgerufenen vor, und versuche mich dann, dahinter einzureihen, oder mich bemerkbar zu machen, damit ich zumindest DANN an die Reihe komme.

Phase 6: Die Gegenwehr erwacht

Im Besten Fall werde ich nun passiv-agressiv ignoriert. Die ehemalige "Schlange hinter mir" tut sich zu einer Gemeinschaft zusammen, und versucht, mich nicht dazwischen kommen zu lassen. Der Kassierer bedient mittlerweile Menschen über meinen Kopf hinweg.

Phase 7: Aufrüstung

Ich werde lauter, mache mich bemerkbar. Ich verstehe noch nicht vollständig, welch Gewitter sich da gerade um mich herum zusammengebraut hat, und reagiere mit Versuchen, auf mich aufmerksam zu machen. Auch meinen Einkauf ins Warme zu bringen, oder endlich mein Junk-Essen zu bekommen. Die Menschen hinter mir werden lauter aufgerufen, vorzutreten, und drängeln deutlich agressiver.

Phase 8: Vollendete Tatsachen

Der Kassierer faucht: "Ihr Mann wird ja gleich bedient."

Phase 9: Verstehen

Mein ... was? Ich bin alleine hier. Wen zum Henker ... ach so! Leise:"das ist nicht mein Mann!"

Phase 10: Die Realität hat sich geändert

Zumindest für alle anderen. Die Zusammenhänge sind wieder logisch. Das störende Element wurde in die Schranken gewiesen. Für alle anderen bin ich die hysterische Tussi, die zusätzlich zu der Aufregung, die ihr Kerl anstrebt auch noch ihren eigenen Kriegsschauplatz eröffnet. Meine Versuche, die Verbindung zu diesem Typen zu leugnen wirken albern und schweißen meine Gegner nur noch mehr gegen mich zusammen.

Für mich bin ich einfach nur eine Frau, die nicht mal ansatweise was mit dem Unbekannten zu tun haben will, sondern einfach nur bezahlen oder ein schlechtes, heißes, fettiges, übersalzenes Essen aus Massentierhaltung haben will.

Ende: die Phantasie der Anderen

Wenn ich mir überlege, mit wie vielen Männern ich schon in derartigen Situationen verheiratet wurde, frage ich mich ob virtuelle Polygamie auch strafbar ist. Schließlich darf die virtuelle Welt kein rechtsfreier Raum sein.

Was ist die Cloud? von ddeimeke

Was man von Cloud-Dienstleistern erwarten sollte, und was nicht.

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Die Süddeutsche Zeitung stellt einen Film über alternative Schulsysteme vor. Ein Gedankenanstoß, dass rein auf Bedürfnisse der Wirtschaft abgestimmte Bildung kein Qualitätsmerkmal ist: Artikel der SZ

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Netzpolitik.org schreibt über Sicherheitsesotherik. Warum die Vorratsdatenspeicherung für Wirtschaft sowie Menschen eher schädlich ist:

https://netzpolitik.org/2017/vorratsdatenspeicherung-ab-juli-schlecht-fuer-grundrechte-und-provider/

So war mal das Zeitschriftenregal im Dortmunder Thalia übertitelt. Darunter säuberlich nach Auto- Handwerk- und Computerzeitschriften getrennt. Rechts gab es häkeln, Patchwork... beim Gärtnern war man sich wohl nicht sicher.

Während ich die Sortierung bewunderte, erspähte mich eine Verkäuferin:"Kann ich Ihnen helfen!?"

Mein kleines Sarkasmusgen übernahm das Sprachzentrum:"Gern, ich suche Technik für Frauen".

Der ratlos-hilflose Blick der Dame ließ mich die Antwort schon befürchten: "Nee, was einfaches haben wir da nicht."

Während sie noch überlegte, entfleuchte ich per militärischer Kehrtwende und kaufte die gesuchte Computerzeitschrift bei der klugerweise nur thematisch sortierten Konkurrenz.

Au weia.

 

Das Bild stammt von einer meiner Touren, die ich mit meinem Faltrad, der Straßenbahn, S-Bahn und zu Fuß zurücklegte. Außerdem fuhr ich schon einen Smart, mehrere 7,5tonner, von Sprinter bis Kipper mit Anhänger über Klein-LKW, stand am Ruder eines 63m langen Tallships und auf dem Beifahrersitz eines Schwerlasttransporters (nur auf dem Hof - ja, so ein dicker von Faun) gesessen. Als ich noch jung (theatralischer Augenaufschlag) war, besaß ich sogar ein Einrad.

Was mich an dieser Vielfalt fasziniert, ist die Tatsache, dass ich oft Situationen beschrieben bekam, die ich aber erst richtig nachvollziehen konnte, als ich dieses Gefährt tatsächlich selber fuhr. Und dass ich mich aktiv daran erinnern muss, sobald ich die Perspektive wechsele.

Vor Jahren musste ich mal einen LKW zur Autobahn lotsen. Das Navi des Fahrers suchte sich ausgerechnet unseren Hof aus, um sein Leben auszuhauchen. Geladen waren Mercedes Sprinter mit Hochdach und Aufdachklima. Schon mal einen kleineren LKW gefahren, wusste ich noch, wie ich geflucht hab, als ich erkannte, wieviele Wege plötzlich für mich zu "ist nicht" wurden. Und mit dem hoch beladenen Truck im Rückspiegel traktierte ich mein Hirn, wo ich noch eine Brücke/Unterführung hätte vergessen haben können. 

Ich weiß, wie groß der Tote Winkel beim LKW ist, so dass ich mit dem Rad nicht mehr sorglos rechts daran vorbei fahre. Nichtsdestotrotz habe ich auf dem Rad wieder eine ganz andere Sicht, und mein Hirn stellt sich auf andere Dinge ein, als wenn ich mit dem Auto fahre. 

Nun hatten viele nicht das Glück oder das Bedürfnis, so viel verschiedenes an Gefährten auszuprobieren. So ist es eine Mischung zwischen Unvermögen, mangelnder Erfahrung und Ignoranz, die Reaktionen oder Beweggründe der anderen Verkehrsteilnehmer abzuschätzen. 

Dass Radfahrer sich jedesmal in Gedanken als Mischung aus einer Gallionsfigur und Fliegenresten auf einer Frontscheibe sehen, wenn von hinten die sanfte Druckwelle des knapp vorbeifahrenden Autos leise signalisiert, dass der Rettungssprung in den Graben oder auf den parkenden SUV zeitlich nicht mehr geglückt wäre. Dass ich mich jedesmal an der Landstraße in einem Akt des Nervenkitzels vorsichtig aus der Seitenstraße schiebe, wohl wissend, dass diese radelnden Ganzkörperkondome, die ob der Geschwindigkeitssteigerung oder dem besseren Blick auf das durch den harten Rennsattel gestählten Gemächts mit tief gesenktem Kopf (haben ja einen Helm) die 80 km/h Marke zu knacken gedenken (da ist Geschwindigkeitsbegrenzung 50), die Vorbeifahrt an der Motorhaube meines VW Ups nur knapp schaffen. Dass es für eben jene Radler schwer ist, ihre sportlichen Fähigkeiten im städtischen Ruhrgebiet voll auszureizen. Dass der Rentner im E-Scooter auch irgendwann mal den Radweg kreuzen muss, weil nur dort die Bordsteinabsenkung breit genug ist, und dass der LKW mit dem frischen Obst dazwischen irgendwie den Nachschub im Supermarkt in der Fußgängerzone gewährleisten muss. Das sind Aspekte, über die wir nachdenken sollten, sie bewerten sollten, und auch mal bei der Politik für die beste Ausgestaltung des gemeinsamen Raumes anklopfen sollten. Damit für Jeden, mit was für einem Gefährt oder für Füßen auch immer unterwegs, die Welt (also der kleine Ausschnitt, der für uns davon relevant ist) ein wenig einfacher ist. Und dabei wieder ein wenig Gelassenheit zu entdecken. Kauft euch mehr Lieblingsmusik fürs Auto, den bequemeren Sattel fürs Rad. Guckt euch die hübschen Modelle der vorbeifahrenden Autos an, oder gebt interne Noten für die mehr oder weniger wohlgeformten Rückseiten der Radfahrer, die ihr einen Moment später und dafür mit ausreichendem Abstand überholt. Geht doch. Oder?

Im Moment sind gerade die Niederlande der Buhmann Europas, weil sie ein wenig zu deutlich Nein gesagt haben.

Die deutsche Bundesregierung rudert leise herum, und überlässt die Entscheidung den Kommunen - um sich wieder einmal dezent heraus zu halten.

Aber wie gehen wir mit diesem Provokateur um, der die Alleinherrschaft (=Diktatur) in seinem türkischen Staat anstrebt?

Zum Einen: Meinungsfreiheit ist ein Bürgerrecht. Kein Recht von Staaten. Ausländische Staatsbedienstete oder gar Staatsoberhäupter im eigenen Land Werbung für eine Diktatur, gegen die Demokratie machen zu lassen, halte ich für arg bedenklich.

Dass die türkische Regierung hier, auf die Stimmen der wahlberechtigten Ausländer angewiesen, alle Mittel ausreizt, ist verständlich. Verständnis bedingt allerdings noch keine Zustimmung.

Jemand, der die Provokation sucht, hat bereits den ersten Schritt in die falsche Richtung getan. Hier denke ich an den Spruch: ein Idiot zieht dich auf sein Niveau herunter, und schlägt dich dort mit Erfahrung. Nichts  anderes stellt die Auslandswerbetour für das türkische Präsidialsystem dar.

Dass die Niederlande am Wochenende recht heftig reagierten, liegt natürlich auch an den bevorstehenden Wahlen am nächsten Mittwoch. Aber das leise Herauswinden wie es zum Beispiel Hamburg geschafft hat, wäre auch auf Dauer eskaliert.

Das ist wie bei dem Gast an der Bar, der vollkommen ignoriert, dass schon vor einer Stunde das Licht abgedunkelt wurde, und die Rausschmeißermusik spielt. Irgendwann bleibt nur noch das unsanfte vor die Tür setzen. Und dann ist es nicht der Wirt, der böse ist. Sondern nur derjenige, der gerade die Aggression auf sich zieht.

Und genau das ist der Punkt, den wir alle von der Art von Machtmenschen und Populisten auseinanderhalten müssen, um unsere demokratischen Systeme zu erhalten oder sogar zu verbessern.

Wir dürfen nicht aus dem Auge verlieren, wo uns Verhandlungen, Verträge und Streitigkeiten hinbringen sollen. Die Türkei will eigentlich gar nicht mehr in die Europäische Union aber nutzt das trotzdem als Druckmittel? Das ist dumm. Noch dümmer ist, sich auf dieses falsche Spiel einzulassen, und so zu tun, als wäre es für die EU das Wichtigste, die Türkei als Beitrittskandidaten nicht zu verlieren.

Natürlich ist es wichtig, diplomatisch zu bleiben, und die Tür nicht für die nächsten 100 Jahre zuzuschlagen. Aber was macht man mit einem Gegenüber, das sich nicht an die Spielregeln hält. Das Unberechenbar immer größere Forderungen aufstellt, damit die Flüchtlinge nicht nach Europa kommen? Alternativ: Wir schaffen das? Nun, ohne die Türkei nicht ohne ein blaues Auge (für die Unerfahrenen: ein blaues Auge ist schmerzhaft und man erlangt es selten gewaltfrei, endet aber in der Regel nicht tödlich oder durch Absaufen - jaja die Flut).

Was wir jetzt auf keinen Fall tun dürfen ist, aufgrund kleiner Uneinigkeiten das Konstrukt Europa wegzuwerfen. Wir sollten die Konflikte jetzt nutzten, die Regeln für das Zusammenleben zu verbessern. Und auch mal dem ein oder anderen Mitglied ein paar Eigenheiten zugestehen. Eine Region kann durchaus mal eigene Interessen haben; anders als zum Beispiel die deutsche Ausländermaut, die wohl kaum noch Gewinne abwirft, hohe Kosten durch Infrastruktur einführt, maximal Investoren nützt, sollten Autobahnen endgültig privatisiert werden, und den Rechspopulisten als "gegen Ausländer" Goodie in die Hände spielt.

Links:

Über den Bürgermeister von Rotterdam

Dänemark lädt den türkischen Ministerpräsidenten aus