die

Wenn es darum geht, Sprache zu verbiegen, und Worte nicht mehr zu verwenden, dann lande ich gedanklich gerne bei dem kleinen Wort "die".

Als Kind habe ich gelernt: mit dem nackten Finger zeigt man nicht auf andere. Und genau das passiert sprachlich, wenn ich die ... sage. Die anderen. Die Ausländer, die Schwulen, die Frauen. Die. Halt die nicht von hier sind. Nicht so wie wir. Nicht so wie ich.

ich kann Gruppen auch benennen, ohne die zu sagen. Dann schließe ich nicht kathegorisch aus, jemals dazu gehören zu wollen. Dann fühle ich mich nicht genötigt, nachfolgend zu betonen, warum die niemals wir sein können.

Dann könnte ich Dinge, die mich stören benennen, ohne einen stumpfen Vorwurf gegen eine diffuse Menge an Menschen los zu treten, die diese gar nicht verdient haben.

Ach, was rege ich mich hier wieder auf. Die das lesen, werden sich eh nie daran halten. Oder passiert mir das gar selber ab und an?

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