Tag Archives: Facebook

Universe, Fediverse? Was zum Henker. Noch etwas unübersichtlich, sammele ich in den nächsten Tagen mal Alternativen zu Facebook und Twitter

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Donald Trump, mal wieder. Menschen in Schockstarre arbeiten sich an immer neuen Erklärungsmodellen ab, um den Wahlerfolg eines klar bei Lügen und falschen Versprechungen erwischten Populisten zu erklären.

Zuerst verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch meine Timeline auf Twitter und anderen Medien, dass wir alle manipuliert werden. Mit dem recht aufmerksamkeitshaschenden Titel   "Ich habe nur gezeigt, dass es die Bombe gibt."

Ein Mann, der seinen Lebensunterhalt auf dem Bewerten von Algorhytmen aufbaut, beschreibt, wie erschreckend es für ihn war, dass aufgrund dieser Auswahlkriterien und selektiver Information ein Trump einen Präsidentschaftswahlkampf gewonnen hat und UK auf den Brexit zusteuert.

Alles in allem soll ein Datenspezialist zwei ganze Nationen gegen ihren Willen so manipuliert haben, dass die Menschen wider ihres Willen und ihrer Vorteile wählten.

Ich habe den Artikel beinahe ehrfürchtig gelesen, und war beeindruckt wie verängstigt, was hier noch alles in Zukunft auf uns zukommen mag. Bereit das Thema aufzugreifen, und es weiter zu verbreiten.

Dann kam ein Blog-Kommentar vom @Fischblog, Lars Fischer, in den Scilogs, der mich ein wenig wieder einfing, und nachdenklich machte.

Einen Schritt zurück gehen, und das Ganze mal sachlich betrachten.  Das hört sich in meinen Augen nach einem Plan an.  Und ehrlich gesagt: seit meinem einen Einkauf bei Amazon schlägt mir der Konzern immer wieder vor, die Kamera zu kaufen, die ich schon habe (Schlau fände ich jetzt, mir Zubehör aufzudrängen). Manchmal bekomme ich Werbung, bei der ich mir mehr oder eniger den Zusammenhang denken kann, aber meistens denke: dafuq? Den Beitrag mit dem Mädchen, dass Werbepost aufgrund von Klicks auf Ernährungswebseiten etc. bekam, bevor es selbst wusste, dass es schwanger war, kennt auch ein Großteil meines Freundeskreises. Ist eine nette Anekdote, aber war es denn so? Jedenfalls bekam ich nach dem Lesen dann auch Werbung für Babyprodukte. Mitte 40 und definitv nicht schwanger, wie ich war, musste ich doch ein wenig über die platten und einfältigen Algorhytmen, oder die künstliche Intelligenz, wie man so schön sagt, schmunzeln.

Der @grmpyoldman fand dann noch diesen Blog aufbauend auf den ersten beiden:

Und da ich mir vor vielen Jahren einmal den Vortrag eines klugen Menschen ansah mit dem Titel "Wie verursache ich einen Börsencrash" - Fazit: "Ankündigen", überlegte ich noch mal, was das zuerst gelesene in mir angerichtet hatte. Wem nutzt diese Information? Das Erste dürfte jeden interessieren, der eine breite Masse von sich oder seinem Produkt überzeugen will.

Geht es hier um eine klar einzugrenzende, aber unheimliche und große Gefahr? Oder darum, dass wir einen sicherlich relevanten Teilaspekt für das alleinige Problem haben, und durch den Fokus darauf andere Mitspieler in diesem perfiden Spiel außer Acht lassen? Gar nicht mal so direkt gesteuert oder mit Absicht. Aber Menschen neigen halt dazu, eine einfache Lösung zu suchen, und sich bei gefundenem Schluldigen zurückzulehnen, und zu denken: haben wir den Schuldigen ausgemacht, wird sich das Problem schon irgendwie lösen.

Genau so machen es die Populisten. Wir bekommen eine vermeintlich einfache Lösung auf einem Silberteller präsentiert, die aber das Problem nicht löst, und uns davon abhält nach komplexen Zusammenhängen und tatsächlichen Lösungen zu suchen.

Vor dem Brexit war die englische Bevölkerung bereitwillig einverstanden, die nachweislich falschen Zahlen über die Folgen eines EU-Verbleibs gegen den Austritt zu glauben.

Platte Nicht-Lösungen von Trump wurden genauso schnell und bereitwillig geschluckt, wärend der US-Wahlkampf mehr einer Schlammschlacht mit Wrestlinganteilen als eines journalistisch begleiteten Schlagabtausches von Argumenten glich.

Die ständige Wiederholung angeblicher Fakten brennt sich so in den Köpfen der Menschen ein, und lässt diese weiter resignieren, und den nächsten stinkenden Happen ohne nennenswerte Gegenwehr schlucken.

Zeit, damit aufzuhören. Die Frage, die sich meiner Ansicht nach stellen sollte ist nicht "Wie verhindern wir den nächsten Trump?", sondern "Wie bekommen wir eine handlungsstarke, demokratische Regierung, die in unserem Interesse handelt?"

Ankündigen wäre kein schlechter Anfang. Nicht vergessend, dass dem Reden auch Taten folgen müssen.

 

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Update 10.12.2016: der WDR hat auch was dazu geschrieben: WDR über Big Data Foo

 

Im Moment passiert viel in der Welt und in der Gesellschaft. Während Staaten in Krieg, Bürgerkrieg und Chaos versinken, erreichen uns in den letzten Tagen viele Flüchtlinge. Und einige Menschen zeigen inzwischen offen ein Gesicht, das fast unerträglich ist.

Facebook geriet in der letzten Zeit in Kritik, dass es zwar ''Nippelbilder'', sprich Bilder von nackten Brüsten zensierte, nicht aber Hassreden, sowie klare Beispiele von Volksverhetzung oder Aufrufen zu Straftaten.

Aber was macht man mit der Bandbreite an Menschen, die von populistischen menschen- und gesellschaftfeindlichen Äußerungen über rassistische und beleidigende Kommentare hin zu offenem rechtsradikalen Gedankengut von sich geben?

Immer häufiger lese und höre ich davon, dass diese Menschen doch ihren Arbeitgebern gemeldet werden sollten, damit diese ihre gesellschaftliche Pflicht erfüllen, und wenigstens solche Mitarbeiter kündigen.

Dieser Ruf nach dem großen Bruder mit dem starken Arm erfüllt mich mit einem gewissen Gruseln.

Strafbar oder nur Scheiße?

Zum Einen sollten wir uns im Klaren sein, dass nicht alles, was moralisch daneben ist, einen katastrophalen Zustand der Sozialkompetenz offenbart, auch strafbar ist.

Es gibt Fehlverhalten, mit denen wir uns als Gesellschaft selbst auseinander setzen können. Der Staat ist dazu da, dort einzugreifen, in dem Einzelne sich nicht mehr schützen können, oder wo ein Klima entsteht, in dem das generell der Fall ist.

Ich habe zum Beispiel die Freiheit, eine Beleidigung anzuzeigen, oder einfach zu ignorieren. Ich kann entscheiden, ob ich die derbe Sprache aufgreife, oder ob das so schlimm ist, dass ich eine übergeordnete Instanz einschreiten lasse. Ein Mord wird immer vom Staat geahndet, selbst wenn sich für den Toten niemand interessiert.

Aber diese Dinge, die nicht strafbar sind; die will ich nicht!

Ja, es gibt unerträgliche Menschen. Es gibt Menschen, die sich so benehmen, dass niemand ihre Gesellschaft will. Und es gibt Menschen, die Äußerungen treffen, die in mir jeden Funken an Verachtung und Ekel so hochkochen lassen, dass ich ihnen am liebsten auf die Füße kotzen würde. Und dann kommt die kleine Stimme des Unterbewusstseins auf dem Off: "sowas gehört doch verboten". Weil es Schadet, weil es Menschen weh tut, weil es mir weh tut.

Demokratie 

Wollen wir uns vor der Verantwortung drücken? In einer Demokratie gehen Macht und Regierung vom Volke aus. Das heißt nicht, dass jegliche Aktion oder Gesetzgebung frei von Fehlern ist. Eine Gesellschaft, in der alles reglementiert ist, und Abweichungen nicht mehr zugelassen werden, ist dazu verdammt zu erstarren. Eine Weiterentwicklung ist nicht möglich.

Je flexibler und selbstregulierender eine Gesellschaft allerdings ist, desto stabiler bleibt sie und flexibler reagiert sie auf äußere Einflüsse, auf Fehlverhalten oder unerwartete Entwicklungen.

Seht euch die ersten Hilfswellen für die Flüchtlinge an. Es war nicht reguliert. Es war nicht geplant. Menschen machten da auch Fehler, und hatten keine Vorgaben. Aber sie waren sich einig und waren damit effektiv.

Legislative, Exekutive und Judikative

Die Gewaltenteilung ist einer der Stützpfeiler unserer Demokratie. Diese Gewalten werden durch den Staat ausgeführt. Auch wenn es hier in der Durchführung oft hapert, ist die Grundidee, dass Vorgaben für diese staatlichen Stellen durch das Volk mit Hilfe von Wahlen und Mitbestimmung gemacht werden, nicht falsch.

Der Ruf, diese Elemente auf private Unternehmen zu übertragen, ist ein Spiel mit dem Feuer, das eine Demokratie nicht überleben kann. Wer entscheidet dann noch, was moralisch richtig ist, und bestehen darf? Was damit passieren kann, zeigen Beispiele, wie die Geschichte von Wikileaks. Ohne dass ein strafbares Handeln festgestellt wurde, wurden Firmen wie Visa und Paypal verpflichtet, für Wikileaks keinen Finanzverkehr mehr durchzuführen. Es gab also empfindliche Strafen, ohne dass jemals ein öffentlicher Prozess stattfand, der die Rechtmäßigkeit und die Verhältnismäßigkeit festgestellt hätte.

Wie soll ein Unternehmen, mit wenigen Entscheidern also reagieren? Auf eine Einzelanfrage aus der Politik? Auf einen kollektiven Shitstorm auf einem Medium? Aus eigener Überzeugung? Dann kann sich aber niemand mehr sicher sein, ob sein Verhalten gerade toleriert wird. Nichts muss mehr überprüft werden. Und kein Fehler darf je mehr verziehen werden.

Wenn wir derartige Strukturen zulassen, ja sogar fördern, dann ist es nur noch eine Frage der Macht, wer die Strukturen dann kontrolliert, und damit entscheidet, was richtig ist. Das wäre das Ende der Demokratie. Wollen wir das Recht des Stärkeren als moralische Instanz?

"Willst du das dein Therapeut, deine Altenpflegerin, dein Arzt, dein Anwalt, deine Krankenschwester Rassistisch ist?"

Nein, ich will das nicht. Aber das habe ich nicht für andere Menschen zu entscheiden. Auch wenn mir der Gedanke zuwider ist. Wenn ich das verhindern wollte, müsste ich jeden Menschen  in seinen privatesten Äußerungen durchleuchten. Totale Überwachung wäre alternativlos. Vorratsdatenspeicherung ein Muss. Wenn Menschen in ihrem Job ihren Arbeitgeber missbrauchen, um ihre Ideologien durchzuprügeln - noch schlimmer - zum Nachteil Anderer ist dies zu Recht ein Kündigungsgrund. Wenn ein Angestellter mich als Kunden missbraucht, indem er seine verachtenswerten Ansichten kund tut, lehne ich ab, mich von ihm bedienen/behandeln zu lassen.

''Glaube, familiäre Werte, Sexualpraktiken sind eine Sache, Gruppenspezifischer Menschenhass eine ganz andere - der schadet direkt.''

Nun, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Ersteres beschreibt, wie ein individueller Mensch sein Leben lebt. Welche Ideen und Überzeugungen er in sich trägt. Das Andere beschreibt einen assozialen Charakter. Der Zusatz "der schadet direkt" weist darauf hin, dass dieser im beschriebenen Fall auch ausgelebt wird.

Darf ein Mensch sich ändern? Darf er dazu lernen? 

Und noch so ein kitzeliges Thema? Mit Nazis reden? Wuah. Das hört sich nach flauschigem Kaffeekränzchen mit Tee an, und verständnisvollem Kopfnicken. Eh. Nein. HIer empfehle ich für Situationen, in denen Ausweichen schwierig ist, höchstens das Buch "Wie man mit Fundamentalisten argumentiert, ohne den Verstand zu verlieren". 

Nicht, um diesem Gewäsch ein Podium zu bieten. Nicht, außer als verbaler Sparringspartner.

Aber was ist mit dem Grenzwertigen? Ich rede nicht von dem pöbelnden Pegida-Mob oder Neonazi-Märschen müt übelster Hasspropaganda. Ich rede von der gesellschaftlichen Mitte. Die Überlegungen äußert, die von sozialer Kälte, Empathielosigkeit und Hass durchsetzt sind.

Ist ein Mensch noch ein Nazi oder rechtsradikal, wenn er nach einer kurzen Entgleisung erkannt hat, dass er einen Fehler begangen hat. Der sich geändert hat. Der vielleicht nur eine sehr dumme Äußerung getätigt hat, über Flüchtlinge, über Ausländer oder Migranten, und sich davon distanzieren will, wenn er darüber nachgedacht hat? Natürlich darf man diesen Menschen fühlen lassen, dass das mies war. Aber lebenslange Ächtung? Hier stellt sich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit wieder.

die eigenen Rechte

Oha, was kommt jetzt? Poche ich als weiße, privilegierte, heteresexuelle … eh … Frau (irgendwas ist ja immer) etwa noch auf meine Rechte? Ja, das tue ich. Auch ich habe das Recht, eine Demokratie zu fordern, eine offene Gesellschaft zu fordern. Ich habe das Recht, Freunde mit jedweder Hautfarbe, Religion, sexueller Orientierung oder Herkunft zu haben. Ich habe das Recht, mit diesen Menschen zu arbeiten, zu kommunizieren, zu feiern und vieles mehr. Ich habe das Recht, anderen Menschen zu sagen, dass ich sie oder ihre Äußerungen Scheiße finde. Ich habe das Recht, jemanden, der andere Menschen rassistisch beleidigt meines Hauses/meiner Wohnung zu verweisen. Ich habe das Recht, auf die Straße zu gehen, und für die Interessen von mir oder anderen Menschen zu demonstrieren; dort laut zu sein, und dort Andere zu stören.

"Aus großer Macht folgt große Verantwortung"

Zurück zur Demokratie. Alle Macht geht vom Volke aus. Diese Macht gibt uns - uns heißt in diesem Fall jedem Einzelnen - die Verantwortung, für einen menschenwürdigen Umgang mit jedem in dieser Gesellschaft zu sorgen. Das beinhaltet die Versorgung von Bedürftigen. Das beinhaltet auch verhältnismäßigen Umgang mit Verstößen gegen diese gesellschaftliche Ordnung. Meine Verantwortung liegt auch darin, dass ich Menschen in meiner Umgebung schütze, indem ich für sie einstehe; indem ich mich selbstbewusst äußere, wenn sie durch Idioten angegriffen werden. Dies betrifft eben diese Grenzbereiche, die noch nicht in eine Strafbarkeit ausufern. Die Verantwortung für andere Menschen liegt aber auch darin, sich nicht in Sicherheitssystemen einzumummeln, sondern mit wachem Verstand zu überdenken, und zu fordern, was zu einer offenen Gesellschaft führt. Ohne einen Albtraum für Freiheit, Kreativität und Individualität zu erschaffen.

 

Weiterführende Links:

http://www.vice.com/de/read/ich-bin-gegen-blockwarte-im-internet-udo-vetter-432

http://m.tagesspiegel.de/politik/facebook-die-moral-der-anderen/12307258.html?