Einerseits finde ich ja gut, dass das Thema Fahrrad und dessen Infrastruktur häufiger auf die Tagesordnung kommt, was nicht zuletzt immer besser arbeitende Interessenverbände geleistet haben.

Andereseits treibt die Politik, jetzt wo das Thema mehr im Blick der Öffentlichkeit ist, seltsame Blüten.

Die Grünen stellen sich auf Twitter hemdsärmelig da. Deuten an, dass sie jetzt was tun, und die bösen Abbiegeunfälle LKW vs Fahrrad bekämfen werden. Das liest sich erstmal gut. Ich hab das verlinkte Papier also mal angeklickt (weiter unten unter 2. Antrag ... zu finden). Übrigens sind da noch mehr Beteiligte im Boot.

Erst einmal fordern sie verbindliche Einführung von Abbiegeassistenten bei LKW. Nicht zu bestreiten ist, dass solche Assistenzsysteme die Sicherheit verbessern. Sie fordern es für Neufahrzeuge. Und gleich bitte mal die Gedankenbremse treten: Die Bundesregierung soll aufgefordert werden (die kann auch sagen: nö), zu prüfen, ob diese Systeme bei Bestandsfahrzeugen (LKW) nachgerüstet werden können. Wenn nicht, dann nicht. Es geht also erstmal um recht wenige LKW. Und für die mit deutscher Zulassung. Löblich ist, dass die landeseigenen Fahrzeuge dann auch damit angeschafft werden sollen. Natürlich nur, falls solche Systeme für den Fahrzeugtyp erhältlich sind.

Die Einrichtung von Abbiegeassistenzsystemen folgt zumindest einer Forderung des ADFC (Link Nr. 6), lässt aber weitere Maßnahmen komplett außen vor.

Abschließend ist in dem Beitrag das noch in fast überlesener Dezentheit enthalten: sie wollen den Senat prüfen lassen, wie die Infrastruktur dahingehend verbessert werden kann.

Wenn ich mir die weiteren, nach kurzer Suche gefundenen Links ansehe, sind die Hauptursachen für Abbiegeunfälle mit Radfahrern im Allgemeinen durch schlechte Sichtführung, Sichtbehinderung durch andere Gegebenheiten (sehr häufig: Falschparker), und nicht radgeeignete Infrastruktur (Radwege schlecht oder nicht vorhanden/nur einseitig geführte Radwege/dadurch Nichtbenutzung) verursacht. Womit man hier mit geeigneten Maßnahmen eine Menge, auch gegen Fahrradunfälle mit alten oder ausländischen LKW oder mit PKW verhindern könnte,

Das kostet allerdings wieder Geld.

Vielleicht könnte man ja ein wenig Steuermittel zum Wohle und für die Gesundheit der Steuerzahler einsetzen.

Quellen:

1. Tweet der GRÜNE Fraktion Berlin

2. Antrag der der Fraktion der SPD, der Fraktion Die Linke und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

3. Lobby Versicherungen - Unfallforschung der Versicherungen

4. Vortragsfolien Radfahren von Bernd Sluka

5. Statistiken ADFC Berlin

6. Der ADFC Berlin spricht in Bezug auf LKW andere Ursachen an

Als Kind der 80er bin ich mit der Sendung mit der Maus und Kopf um Kopf aufgewachsen. Anders als später in der Knoff-Hoff-Show (eine unerträgliche Verwurstung des durchaus im Deutschen geläufigen Begriffes "Know-How"), wurden dort noch die Zusammenhänge und Ursachen erklärt.

Und hier findet sich auch schon das, was mich in der heutigen, immer aggressiver werdenden Debatte zwischen Fakenews, Wissenschaftskritikern, Impfgegnern und Chemtrailgläubigen so stört.

Du bist kein Physiker (also nicht beruflich)? Auch kein Elektriker oder Ingenieur? Dann brauchst Du auch nicht wissen, woher das Licht kommt. Hauptsache, Du weißt, wo der Schalter ist. Am geläufigsten ist uns dieser Effekt noch über der Diskussion über das Wetter: Jeder redet mit, es gilt als verpönt zu wissen, wie die Zusammenhänge überhaupt funktionieren. "Ist es nicht schlimm, dass es jetzt im Januar schon wieder so kalt ist? Es könnte ja ruhig mal 15°C werden. Im Januar." Nein, das ist nicht normal. Für einen Januar ist das brüllwarm. Ich amüsiere mich ja auch immer ein wenig darüber, wie ausdauernd da der Kachelmann immer mit kleinen Rants versucht, ein wenig Hintergrundwissen in die Leute zu bekommen.

Heute lacht jeder über die dummen Kinder, die nicht mehr wissen, wo die Milch herkommt (außer aus dem Tetrapack im Supermarkt). Aber wer erkärt es ihnen?

Maximal noch ein demotivierter Lehrer, der mit zu wenig Unterrichtsstunden trockenes Wissen in Schüler quälen muss.

Deswegen freue ich mich über jedes Format wie den Podcast Methodisch Inkorrekt, in dem wissenschaftliche Paper (zwar eher die skurrilen) erklärt werden. Viel Unterhaltungsfaktor, aber der Ansatz, das Ganze zu verstehen, fehlt halt nicht. Oder Hoaxilla, die mit Gerüchten und Sagen aufräumen.

Ich mag danach kein Experte sein, aber es macht mehr Spaß herauszufinden, warum Dinge sind, wie sie sind. Als ich das erste mal bei Werftarbeiten an der Alexander von Humboldt I (mittlerweile aus Altersgründen ersetzt durch die Alex2 https://alex-2.de/) eine Opferanode entdeckt habe, und mir jemand erklärt hat, wozu das Ding gut ist, schwante mir zum ersten Mal, das das ganze Physikzeug, was mich in der Schule so wenig interessiert hat, ja doch einen Effekt im echten Leben hat.

Oder die 3 Abiturienten (Schwerpunkt Mathe), die plötzlich den Sinn der ganzen Formeln erkannten, als wir eine Wache (4 Stunden) ohne moderne Hilfsmittel navigieren mussten. Nur der Steuermann hatte Blick auf Radar, Positionen anderer Schiffe etc. - aber er griff nicht ein, solange wir an Deck keinen Bockmist hinlegten.

Wir bekamen die Seekarte, einen Sextanten (dieses Instrument, mit dem man die Höhe der Sonne misst, und zusammen mit der Uhrzeit anhand von Tabellen seine Position errechnen kann. Hinweis: den Sonnenstand messen, während der Boden unter den Füßen schwankt, der Horizont wackelt, und die Sonne durch die Spiegelung im Instrument gegenläufig zum Horizont schaukelt. Kotzgarantie für Seekrankheitsgefährdete.

Wir bekamen eine Seekarte und mussten dort die Erdkrümmung herausrechnen. Auf einer Flachen Karte ist geradeaus nämlich nicht einfach geradeaus. Die Längen- und Breitengrade, die dort gebogen dargestellt sind, sind ja eigentlich das, was schnurgerade ist.

Im Endeffekt waren wir recht gut, haben den Sextanten zu dritt benutzt und einen Mittelwert gebildet und so mit erstaunlich geringer Abweichung in Richtung der schottischen Küste gesegelt.

Und eben weil es nicht mehr modern ist, immer mehr Dinge auch zu ergründen, wenn das nicht zu meinem Beruf gehört, sondern einfach, weil ich neugierig bin, wünsche ich mir mehr Unterhaltung, die mich nicht unterfordert, sondern auch mal zu kompliziert ist. Die ich hinterfragen oder recherchieren muss.

Ich rege mich darüber auf, dass so viele spannende Dinge medial nur noch so aufbereitet werden, dass sie einen hübschen Unterhaltungseffekt darbieten - aber danach getrost vergessen werden können. Es ist bunt, und macht Puff. Ja. Das trifft auf vieles zu. Blitzwatte gibt es schon genug.

Day 3 23:24

Eine Hälfte von @Minkorrekt getroffen. Ein freundlicher Mensch hat der letzten Quasseleunde Bier ausgegeben. Danke dafür.

Ich habs noch in diesen Talk geschafft. https://events.ccc.de/congress/2017/Fahrplan/events/9134.html Es sind die kleinen Dinge im Leben. Es geht um Mikroskope. Was bedeutet dieser Maßstab wirklich? Undsoweiter. Cool.

Day 3 17:00

Leute treffen, mit einem Tor Developer über Anwendungsmöglichkeiten sprechen. Und darüber, wie es nervt, dass ein System, das sensible Daten sicher transportieren kann, in der Presse immer nur mit den illegalen Anwendungen verknüpft wird.

https://www.torproject.org

Draußen Aufkleber abstauben. Die Leute von Tails daneben, einem Betriebssystem, das die Privatsphäre schützt, geben auch bereitwillig Auskunft https://tails.boum.org/index.de.html

Day 3 13:39

Ich hatte Recht. Menschen denken gleich. Egal ob Programmierer, Mechaniker oder Büromenschen.

Day 3 14:06

Next talk https://events.ccc.de/congress/2017/Fahrplan/events/9095.html

Fefe spricht gleich in Saal Adams über Antipatterns und Missverständnisse in der Softwareentwicklung. Ich finde solche Talks schon aus dem Grund interessant, weil die Aussagen oft auf andere Strukturen als Software anwendbar sind.

Day 2: 21:00 International Pirate Party Meetup

Interessant ist, dass sich die Entwicklungen und sozialen Prozesse gleichen. Mitgliederverluste durchbFrustration. Da, wo es gut läuft, zu wenig Fußvolk für die gigantischen Ansprüche, die an Piraten gestellt werden, zu stämmen (fundierte Politik und das Hören aller Beteiligten frisst unglaublich viel Zeit und Energie). Das ursprüngliche Konzept der Piraten wird nicht ohne Update weiter laufen.

Day 2 13:22

Kaffeepegel insufficient

Ich überlege, die Cryptoparty heimzusuchen, und verquatsche mich mit netten Nerds. Shit happens

Day 1 20:59

Ich hatte mich nach dem Talk über den NSA/BND Untersuchungsausschuss auf der Ebene mit Diaspora festgequatscht.

Gerade bei der FSFE (Free Software Foundation Dings) Assembly einen Talk über die Freien/Open Source Alternativen gesehen, der leider nicht gestreamt wurde.

Jetzt: Relativitätstheorie für blutige Anfänger Saal Clarke

https://events.ccc.de/congress/2017/Fahrplan/events/8710.html

https://events.ccc.de/congress/2017/Fahrplan/events/8710.html

Day 1 27.12.2017 16:21

Next talk: Die Lauschprogramme der Geheimdienste mit Constanze Kurz und Hans-Christian Ströbele Saal Adam, Halle 1 16:30

https://events.ccc.de/congress/2017/Fahrplan/events/9289.html

Roboter

Es gibt Chiapudding

Day 1 27.12.2017 12:50

Der @hoergen hat die wichtigsten Links gesammelt https://horche.demkontinuum.de/display/2196d4ee405a438839745ae899485568.

Den Fahrplan mit den Veranstaltungen gibt es hier https://events.ccc.de/congress/2017/Fahrplan/

Day 1 27.12.2017 12:21

Ich bin drin. Der Ansturm war enorm. Die Location ist wirklich sehr weitläufig. Der erste Talk über kritische Infrastruktur für Elektrofahrzeuge startet gleich in Saal Adam - Halle 1

Vorab dazu http://www.ccc.de/de/updates/2017/e-motor

Stream findet ihr unter https://streaming.media.ccc.de/34c3

Den Link zur Aufzeichnung reiche ich dann nach.

Day 0 26.12.2017

Ankunft, mein Kreislauf streikt. Daher nur Leipzig erkunden und ein wunderbares Abendessen in Leipzigs historischer Umgebung.

Du merkst, dass ein Restaurant von einem BWLler geführt wird, wenn gerade nur so viel Personal da ist, um die Essensbestellungen zu schaffen, so dass Du so gerne noch ein paar mehr Getränke bestellt hättest, aber auf der anderen Seite dem Personal ansiehst, dass es Stress wg. Verkaufszahlen bekommt, wenn Du nur eine Kleinigkeit zu Essen bestellen willst.

Westfälische Götterspeise

- Glasschüssel

- 2 Glas Sauerkirschen abtropfen lassen, über N8 mit einem sehr guten Schuss

- Kirschwasser bedecken, morgens noch mal abgießen

- Pumpernickel, ein Paket, kleinbröseln, in einer Pfanne ganz langsam rösten bis es nussig riecht, auf die Kirschen in die Glasschüssel geben

- 2 Päckchen Sahnequark mit 2-3 Päckchen echtem Vanillezucker (Vannilin schmeckt bitter, weil der Quark nicht so süß ist) und einem aufgeschlagenen Becher Schlagsahne unterheben, über die Pumpernickelschicht geben

- Baiser gekauft über den Quark bröseln; alternativ Baiserrezept googeln und alles mit Baiser überbacken

Aus einem wiedergefundenen Rezeptbuch aus dem Haus Goldschmieding in Castrop Rauxel

Zaubersprüche sind nie ganz aus der Mode gekommen. Sprache bestimmt unser Leben und unser Leben bestimmt unsere Sprache. Menschen glaubten seit je her, dass sie die Welt verändern konnten, wenn sie etwas aussprachen.

Habt ihr auch mal davon gelesen, dass die Inuit - je nach Bericht 24, 24, 18 oder so verschiedene Begriffe für Schnee haben? Beeindruckend oder? Ja, wenn man in einer Welt lebt in der es lebenswichtig sein kann, wie der Schnee beschaffen ist?

Im Ruhrpott, Deutschland, ist das nicht unbedingt der Fall. Trotzdem haben wir schon eine beeindruckende Anzahl. Harsch, Schneematsch, Graupel ...

Aber was macht die Sprache mit uns? Wir lernen die Worte; wir denken darüber nach, während wir sie sprechen. Doch der Gedanke, dass jeder zu derselben Schlussfolgerung kommt, und dass diese auch noch so simpel ist, wie der erste einfache Gedankengang uns das vorgaukeln will, ist irrational wie unwissenschaftlich.

Ich könnte sagen, dass mein Denken ganz darauf fixiert ist, das Geschlecht einer beschriebenen Person zu überdenken, wenn ich ständig die geschlechtsbezogene, richtige Form benutze.

Einige bevorzugen dann - um diskriminierungsfrei zu reden oder zu schreiben - neue, möglichst neutrale Formen mit binnen-I, Sternchen, Unterstrich. Um möglichst viele mit zu meinen. Niemanden auszuschließen. Doch denke ich dann weniger über das Geschlecht nach, wenn es in dem Moment gar keine Rolle spielt?

Warum passiert es dann nicht, wenn ich "der Tisch", "der Mond", "die Zitrone", "das Fertiggericht" "das Kartoffelpürree" sage?

Wieviel macht der gewohnte Gebrauch eines Wortes aus - der gemeinsame Code?

Wenn ich von maskulin oder feminin spreche, meine ich dann nur die wissenschaftlich bewiesenen Auswirkungen der menschlichen Erbmasse in ihrer extremsten Ausprägung, oder auch die dazugedichteten Eigenschaften. Dann ist die Farbe Rosa feminin, weil viele dies Mädchen zuschreiben (obwohl es mal eine Farbe für Jungs war - das sanfte Rot, das als aggressiv - als Synonym für Blut und Kampf - stand. Und ist Aggressivität maskulin? Oder haben wir uns das nur viel zu lang eingeredet?

Sollen wir Worte verdammen, weil Menschen ihnen die falschen Zuweisungen geben? Oder Lesbarkeit einschränken, um ein Symbol für Respekt zu setzen - damit wieder Menschen ausschließen, die diese Fähigkeiten nicht ohne Mühe ausüben können? Wie wollen wir mit vergangenen Texten umgehen? Das Verständnis und deren Interpretation über die Jahrhunderte retten?

Das ist keine leichte Aufgabe. Ich habe darauf auch nicht die abschließende Antwort. Und ich bin froh, dass wir die Sprache haben, die - oft unvollkommen - ermöglicht, dass wir unsere Gedanken austauschen, so gut wie es eben geht. So gut, wie wir aus Schall, Zeichen, Worten, Sätzen und Erfahrungen einen gemeinsamen Code schaffen, der mit jeder Veränderung selbst eine Veränderung erfährt.

 

Anfangs war ich noch überrascht, dass sogenannte Politiker Stimmen und Mehrheiten erhaschen, die mit Politik nichts mehr am Hut haben.

Wütendes Schimpfen und Feindbilder scheinen mehr zu bewirken als Ideen, Wissenschaft und Forschung.

Was machen denn Trump, LePen, irgendwelche AfDler von denen ich die Namen immer schneller vergesse, als sich die öffentlichen Hahnenkämpfe in Pöstchen niederschlagen?

Sie schimpfen. Sie bieten keine Lösungen mehr an (maximal irrationale, wie Oma, die immer in irgendnem anderen Dorf ne Silberjodit-Rakete abschießen wollte, damit es bei ihr zu Haus nicht regnet).

Das sind keine Lösungen, die zu irgendwas taugen. Außer für Eines: mal Dampf abzulassen.

Dampf ist nur schwülstigfeuchte, warme Luft, die nicht wirklich was tut. Ohne Druck taugt Dampf wirklich zu nichts außer zum Schwitzen.

Und Druck hat diese Gesellschaft nicht mehr. Nicht im Gesamten. Der Einzelne vielleicht, der an unsinnigen Gesetzen scheitert, allein gelassen wird. Der hat noch Druck. Aber wohin damit?

Außer Schimpfen geht da nicht viel.

Und das finde ich wirklich traurig.

Lasst uns doch wieder mal was wirklich Wichtiges finden, über das wir uns zusammen aufregen können. Wie wäre es mit der Situation, die wir zu erwarten haben, wenn wir mal alt und pflegebedürftig sind? Oder über die beschissenen Lösungen, die uns die Politik anbietet, wie wir zukünftig mobil zum Arbeitsplatz kommen sollen, dabei fit und gesund bleiben sollen, und noch die Kinder zum Hort bringen müssen, weil kein Bus da vorbei fährt?

Lasst uns doch mal wieder über Lösungen fabulieren und dem Rest damit auf die Zehen treten, damit sich vielleicht doch mal alle einigen müssen?

Dann wird es vielleicht wieder ein bisschen schöner, und man lernt eventuell noch, dass der Nachbar/Freund/Twitterkontakt mit den komischen Ansichten doch ein bisschen Recht hat, oder dies in seiner Blase ruhig haben kann.

Und dann können wir wieder über so was wie das Wetter schimpfen - ohne jeden Sachverstand. Auch wenn der Kachelmann sich dann aufregt.

When I re-entered the world of bicycles after more than two decades, I never considered a saddle made of real leather. Too complicated that seemed to me, So I took some kilometers on the original Brompton saddle - which was quite OK, but the roads around are bad, and the Brompton-suspension is good but tough.

Maybe... ok, well I got hooked to style. British Brompton, needs british saddle, ey? And I am a fair weather-cyclist. And I always take my Brommie with me. And there where raincovers. Plus the look of the immense rear springs of that saddle gave me a positive feeling that they would catch some potholes before these could get into my spine.

So I got my luxury Brooks saddle mounted to my Brommie and started. Not before I read some more things about the pro and contra of such a thing. I carefully covered it into a thin coating of leather fat (of course I got that luxurious little tin of Proofide), and started to ride that crafted thing.

Well, part of me is realy fond of technologies - great new materials and so on. Another part is quite vintage. I even possess an steel frying pan for my stove to do perfect fried potatoes. But even that one needs attention. Regular use. No washing-up liquid, spend a first awful evening frying potatoe peels just to get the surface prepared for the future...

So I expected the new leather saddle to be as demanding. Which it was not. It get waxed with the special saddle fat sometimes when the surface looks dryish. As you would do with your expensive leather boots. I got a raincover in the little pocket attached. Thats it. Really,

The reward I got after some kilometers was a saddle, that is custom-made for me. In fact I made it, just by riding it. I do not feel extra-effort to keep it in a good shape. But the feeling, that there is natural material working for me is a little bonus indeed.

i will get a "big" 28" bicycle soon and surely my new saddle, this time black as the rest of the bike, is a Brooks. I will keep that project updated.

 

 

Wenn Angela Merkel wieder öffentlich bedauert, dass die Märkte erschreckt oder verunsichert sind, oder irgendein Kerl der Gewerkschaft der Polizei (es war ausnahmsweise nicht der Wendt) im Radio faselt "dass das Grundrecht des Staates auf Verbrechensaufklärung über den Grundrechten Einzelner stehen", platzt mir der Kragen.

Weder der Staat, noch der Markt, noch die Wirtschaft sind Gottheiten oder eigenständige Wesen. Es sind lediglich Zusammenschlüsse bzw. Organisationsformen, die wir Menschen irgendwann einmal geschaffen haben, um unser Zusammenleben einfacher oder besser zu machen.

Nebenher hat der Staat keine Grundrechte, denn die haben nur Menschen. Guckt mal hier: https://dejure.org/gesetze/GG

Natürlich macht es Sinn, wenn sich alle Kaufleute, alle Bauern einer Gesellschaft zusammentun, wenn sich Menschen in einem Glauben organisieren. Irgendwann haben wir wohl auch noch verstanden dass wenn es hieß "die Kirche muss geschützt werden" wir alle damit meinten "die Menschen brauchen einen Raum, eine Struktur, ihren Glauben gemeinsam auszuleben.

Dass "staatsfeindlich" bedeutete: da versucht jemand, unsere Strukturen, die uns Sicherheit geben, und Abläufe zur Verfügung stellen, zu zerstören.

Irgendwann ist uns, der Gesellschaft, das Thema wohl entglitten. Irgendwann fühlten sich die Staatsbediensteten selbst als "der Staat" und alle anderen waren "die da".

Und das ist der Punkt, an dem eine Demokratie nur noch in irgendwas Finsteres abrutschen kann. Wenn "der Staat", also die gewählten Vertreter, die für uns, das Volk arbeiten sollen im Volk, nur noch ein notwendiges Übel sieht, das dem Staat zuarbeitet, indem für die Staatsbediensteten Geld, Nahrung, Gedankenleistung und andere Güter erwirtschaftet werden, kann es nur noch finster werden. Das ist das Selbstbild, das Diktatoren und Despoten haben.

Wähler, die nur noch als notwendiges Übel zum Machterhalt gesehen werden, werden auch so behandelt. Die wichtigsten Arbeitsmittel, die sie brauchen, um ihren Teil der Arbeit zu erfüllen - eine gute Wahl zu treffen - werden den Wählern dann vorenthalten. Und das sind umfassende, gut aufbereitete, möglichst neutrale Informationen, und Bildung; Wissen und Verstehen um demokratische Prozesse und deren Gesamtzusammenhänge.

Ausschreitungen wie um den G20 Gipfel sehe ich weniger als eigentliches Problem denn als Symptom für eine Entwicklung, die ich nur noch als gruselig beschreiben kann. Während "die Polizei" zwischen Selbstherrlichkeit, Überforderung, totalem Ausrasten und Beamten, die versuchen, noch was zu retten, oszilliert, stehen dem entgegen Menschen, die auf etwas aufmerksam machen wollen neben denen, die einfach nur noch wütend sind bis zur Selbstaufgabe, dann haben wir das, was der Volksmund so in seiner Angst um den eigenen Status Anarchie schimpft.

Und ja, ich weiß, Anarchie selbst ist noch etwas anderes und differenzierter, aber belassen wir es hier an der Stelle dabei.

So bleibt einer hilflosen Presse nur noch über "die Polizei" oder "den schwarzen Block" zu schreiben, meist mit dem Ergebnis, sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen, die es für sich stehend, gar nicht gab. Wieder verlieren sie aus den Augen, dass einzelne Menschen aus vielfach unterschiedlicher Motivation handeln. Dass Kritik an "der Polizei" sowohl die Führung, die übergeordnete politische Instanz als auch eine Anzahl einzelner Polizeibeamter kritisieren kann. Dass Veröffentlichungen "den schwarzen Block" versuchen zu fassen, um dem Leser oder Höhrer eine zuverlässige Einsortierung zu geben, egal um es sich um Hooligans handelte, die die Gunst der Stunde nutzten, um die Lage aufzumischen, ob es sich um Personen handelte, die Polizei und Staat ablehnen, und deshalb mit Feuer und Steinen auf die Menschen, in denen sie das Gesicht der anderen Seite erkannten, losgingen, oder nur um Menschen, die friedlich aber unerkannt für eine andere Sicht der Dinge und der Gesellschaft argumentieren, oder sich einfach nicht durch "den Staat" aus ihrer Heimat vertreiben lassen wollten.

Nichts spricht dagegen, mal über die einzelnen Institutionsformen oder deren Organisation und Struktur zu diskutieren. Dabei auch abstrakte Begriffe mit Verallgemeinerungscharakter zu verwenden. Aber sobald wir die Probleme wirklich lösen wollen, müssen wir uns mit den Menschen dahinter beschäftigen; ihrer Motivation, und wir wir ein Zusammenleben schaffen können, in dem Menschen wieder zählen. Wie wir die Menschen, die uns das Zusammenleben erleichtern, stärken. Menschen verstehen lernen, die einfach anders denken, oder andere Ideen haben. Dann klappt das auch wieder mit der Demokratie. Und dann schaffen wir auch wieder eine Lebensform, die gewisse Auswüchse einfach aushält.

Verzeiht mir den Flachwitzlimbo, die Ereignisse samt der Berichterstattung der letzten Tage hat mir den Humor verhagelt. Einige der nachfolgend verlinkten Artikel eidersprechen sich in einzelnen Aussagen. Ich habe mich bemüht, ein Bild von der Vielzahl der Probleme und Verfehlungen zuammenzustellen, was der Individualität von Personen, politischen Ansichten und Geschehnissen gerecht wird. Was trotzdem nicht mehr als ein Ausschnitt mit Denkanreiz wird. Lest die Artikel hinter den Links. Gerne nehme ich weitere Inhalte über die Kommentarfunktion dazu.

***Demos und Versammlungsrecht

Eine funktionierende Demokratie braucht Möglichkeiten, Protest und Meinungen auszudrücken. Niemand muss sich alles gefallen lassen. Aber was dürfen Demonstranten? Und was nicht? Und was darf Polizei oder Politik?

http://blog.wawzyniak.de/das-verhaeltnismaessigkeitsprinzip-im-versammlungsrecht/

Der letzte Abschnitt: warum Protest für eine Demokratie wichtig ist:

http://www.berliner-zeitung.de/politik/meinung/kommentar-zu-g20-in-hamburg-die-eskalation-ist-eine-blamage-fuer-die-demokratie-27934540

***Die Polizei, der Polizist, die Polizistin, die Einsatzleitung und die Politik

Der Metronaut stellt ein paar Fragen

Mopo beschreibt, wie aus schlechter Einsatzplanung eine schlechte Polizei wird

Immer wieder zeigt sich hier das Bild, dass die Mehrheit der Polizei unter verkorkster Einsatzleitung leidet. Dass Polizisten unter unklaren Bedingungen und extremer Belastung samt tagelangem Schlafentzug durchaus stärker zu Fehlverhalten tendieren. Das halte ich für ein Versagen der Führungsspitze samt politischer Vorgaben. Auch im Norden kennt man den Satz: Der Fisch stinkt vom Kopf. 
Resignierte Arbeitnehmer/ausführende verrohen undd werden menschlich desinteressiert. Diesen Prozess müssen wir aufhalten. Dringend!

Warum gute Führungskräfte die die Gesetze kennen und befolgen für die Polizei wichtig wären: 


SZ: ein Insider berichtet 

Wer verletzte Polizisten hört, denkt gleich an den blutüberströmten Menschen, der vom bösen Demonstranten einen Stein abbekam. Nicht an Polizei, die durch eigenen Pfeffersprayeinsatz beeinträchtigt wird, beim Laufen gestrauchelt ist etc. Sachlich bleiben bitte.
***Was ist der schwarze Block?

Beschreibt der skeptikaa ganz gut 

Der Stern(!!) schreibt, dass die schlimmsten Vandalen gar keine Linksradikalen waren

***Was sind Linksautonome? 

Fast sieht es so aus, als war Olaf Scholz der G20 ein willkommener Anlass, die Rote Flora loszuwerden. 

Der Spiegel über die Rote Flora 

Während Anwohner und Betriebe vor Ort betonen, dass die Autonomen nicht das Problem sind 

Ruhrbarone: Autonome beschützen Geschäfte

Während von vielen die immerwährende Leier ertönt: "aber die Linken sind doch viel schlimmer/tun doch auch..." Leute, diese Argumentationstaktik hört man aus Gründen in zivilisierten Kreisen zuletzt im Kindergarten. 

Ein wenig differenzierter liest man es hier: Causa Tagesspiegel über schlechten politischen Stil

Krautreporter hinter Paywall über das Selbstverständnis der Autonomen http://bit.ly/2sHHUpu

***Journalisten und Presse 

Wie läuft so ein Presseeinsatz auf einer Demo überhaupt ab? - Enno Lenze berichtet

SZ über die befremdliche Praxis, Journalisten zu beschatten

Leider kein Einzelfall. Und ich kenne Journalisten, die mehr oder weniger embedded an Kriegsfronten für Informationen sorgen. Das Argument, Presse könne aus Gründen des Selbstschutzes nicht vom G20 Gipfel berichten, weil sie sich damit selbst gefährden würden, ist der wahre Gipfel. Auch hämische Freude, Vertreter von "linken Schmierblättern" würden so ausgeschlossen, ist ein demokratiefeindlicher Skandal? Für wie blöde haltet ihr die Leute? Meint ihr, die könnten nicht die verschiedenen Sichten in verschiedenen Medien bewerten? Die Mischung garantiert doch ein neutrales Gesamtbild. 

Wie Journalisten in Hamburg behandelt wurden 

***Warum man gerade jetzt nicht jeden dummen Vorschlag gut finden sollte

Weil es nicht funktioniert, und unser aller Geld und Freiheit kostet 


***Zum Abschluss

Für den Regierungssprecher ist wie immer alles glasklar

Glasklare Erklärungen klären es