Linux, das unbekannte Wesen.

Während die Installation von Ubuntu auf meinem neuen Rechner noch vollkommen unproblematisch verlief, macht mein Multifunktionsdrucker HP Color Laserjet Pro MFP M176n doch einige Zicken.

Ein paar vielleicht hilfreiche Links:

https://help.ubuntu.com/community/ScanningHowTo

http://hplipopensource.com/node/306

Auf der Seite gab es noch ein paar Hinweise. Denn ein Versuch zu Drucken bleibt unter "angehalten" in der Warteschleife stecken.

https://help.ubuntu.com/community/HpAllInOne

sudo hp-check -r

bildschirmfoto-vom-2016-09-26-13-13-47

So in meiner Unerfahrenheit interpretiere ich das mal so, dass die Libs für den Scan-Drucker nicht aktuell sind. Neue gibt es hier: https://sourceforge.net/projects/hplip/files/hplip/3.16.9/

Allerdings stehen auf diversen Seiten auch Warnhinweise, dass ich zuerst die alten Pakete deinstallieren sollte. Vorher - mehr Kaffee.

Update: der Vorteil bei Linux ist ja, dass man nur mal fragen muss ... https://wiki.ubuntuusers.de/HPLIP/

 

 

"Im Real Life" ist mittlerweile ein feststehender Ausdruck für das Leben außerhalb des Internets. In den Nachrichten fallen Formulierungen wie "der Attentäter hat sich im Internet radikalisiert". Begriffe wie Darknet werden in der Aufarbeitung durch den Journalismus nicht ansatzweise verstanden. Müssen wir uns also wichtigeren Themen zuwenden, als der digitalen Welt? 

Solche Aussagen zeigen, wie weit sich das Verständnis unserer Realität von den wirklichen Strukturen auseinanderbewegt hat. 

Der rechtsfreie Raum Internet ist überraschend stark reguliert und nachvollziehbar. In der Kneipe nebenan sind immer noch keine Namensschilder Pflicht. 

Während sich die Heizung vom Smartphone aus einstellen lässt, autonom fahrende Autos mit Vernetzung untereinander in der Entwicklung weit fortgeschritten sind, und der Drucker automatisch rechtzeitig die neue Tintenpatrone bestellt, müssen sich immer weniger Menschen mit der Technik beschäftigen, die sie nutzen.

Es gibt mahnende Stimmen, die darauf hinweisen, dass diese Technologien auch viel über uns verraten, was nicht zum Vorteil der Nutzer führen könnte. Facebook und Google filtern die Ergebnissen mittlerweile so weit vor, dass bestimmte Punkte aus unserem Blickfeld verschwinden. Das Internet bestätigt unsere eigene Meinung und befeuert aber auch so Gruppen, sich in extremere Positionen zu verrennen. 

Es ist unglaublich einfach geworden, sich im Internet zu informieren. Während Wikipedia eher als seriöse Quelle zu sehen ist, ist es gleichermaßen einfach, Verschwörungstheorien und vollkommen unwissenschaftliche Lehren zu veröffentlichen, und damit auch gefunden zu werden, wie relevante Informationen zu aktuellen Ereignissen und Wissen dieser Zivilisation zu finden.

Die Vorteile sind somit ebenso vorhanden, wie die Nachteile. 

Wie geht es also weiter?

Die sozialen Themen drängen. Aktuelle Themen wie der Umgang mit Flüchtlingen, steigender Anzahl pflegebedürftiger, alter Menschen, Automatisierung der Arbeitswelt drängen den Handlungsbedarf sozusagen auf.

Die Datenflut nimmt zu. Konnte man vor etwas mehr als 20 Jahren gerade mal meine Adresse und Telefonnummer herausfinden, sieht heute eine Vielzahl an Menschen mit wem ich kommuniziere, wo ich mich wann aufhalte. Ob die Menschen, mit denen ich meine Zeit verbringe, Geld haben (das verbessert meine Möglichkeiten für einen Kredit), ob ich die den Flug häufiger anklicke, weil ich mir das überlege (dann bin ich interessiert, und die billigen Angebote verschwinden).  Andererseits kann ich mal eben den Fahrplan mit dem Smartphone googeln, die Verspätung meines Zuges auf dem Weg zum Bahnhof sehen, Menschen auf Twitter um Informationen oder Hilfe bitten. Das ist ein enormer Vorteil. 

Hat die Vernetzung also nichts mit meinem Leben zu tun? Doch, auf jeden Fall. Mein Einkaufsverhalten wird bewertet. Krankenkassen entwickeln Geschäftsmodelle, Gesundheitsförderung mit Fitnessarmbändern voranzutreiben - und gleichzeitig überlegen die Kassen Risikogruppen (Herzkreislaufkranke) so besser einstufen zu können.

Verkehrsmittel können sich untereinander vernetzten, die Auslastung ermitteln, Fahrpläne aufeinander abstimmen. Es gibt die Möglichkeit, Taxen, Leihfahrräder, CarSharing-Fahrzeuge auf den Bahn- oder Busverkehr abzustimmen. Es gibt auch Überlegungen, von jeder Person Bewegungsdaten zu ermitteln, und zu verkaufen. Eine Katastrophe für den Journalisten, der über seltsame Organisatzonen recherchert. Eine Datenflut für Ermittlungsbehörden, die zu oft den Blick auf das Wesentliche nur verschleiert, statt diesen zu ermöglichen. 

Das Internet ist also kein Neuland mehr, kein seltsamer Ort, in dem sich realitätsferne Gestalten zurückziehen und damit eine fast esotherisch anmutende virtuelle Existenz leben. Es ist auch kein Mitteilungswerkzeug für Konzerne, sondern schlichtweg ein Kommunikations-  und Arbeitsmittel.

Es gilt also ohne technikfeindlich zu werden, Strutkuren weiter auszubauen, anstelle den Zugang für bestimmte Gruppen einzuschränken. Siehe Stichwort Netzneutralität. Es gilt, den Zusammenhang zu unserem alltäglichen Leben zu erkennen, und diesen zu nutzen. Noch gibt es die Möglichkeit, dass die Menschen, die die Zusammehänge verstehen, auch die Regeln definieren können, die uns betreffen, und dies nicht den Menschen zu überlassen, die Angst vor allem haben, oder meinen, sich durch Lobbyismus 

Es gilt, das Auge offenzuhalten, die Alternativen zu finden. Die kleinen Anbieter zu fördern. Neue Ideen zu unterstützen. OpenSource zu fördern, damit nachvollziehbar bleibt, was wir da eigentlicch nuten. Damit wir weiterhin verstehen, welche Möglichkeiten wir haben, und diese auch Allen zu erhalten. Dies ist keinesfalls wirtschaftsfeindlich. Je mehr Unternehmen gezwungen sind, gute Geschäftsmodelle zu entwickeln oder gar Möglichkeiten nach Nutzern und Wettbewerbern auszurichten, desto besser und nachhaltiger sind die Produkte, die daraus entstehen. 

Wann verstehen Menschen genug von einem Thema, um darüber entscheiden zu können?

Menschen, die sich in einem Thema ein wenig besser auskennen, als der Rest, schlagen doch regelmäßig die Hände über dem Kopf zusammen,  wenn Politiker in ihrem Themengebiet Entscheidungen treffen. Meistens haben sie damit vollkommen Recht. Meistens richten diese Entscheidungen mehr Schaden an, als dass sie Nutzen bringen.

Dabei kann man den meisten Menschen in Parlamenten kaum einen Vorwurf machen. Politik ist kein wirklicher Ausbildungsberuf. Man kann ein wenig über Abläufe und Strukturen in der Politik lernen. Aber wenn es um Fachfragen geht, braucht es Menschen, die in diesem Gebiet zu Hause sind. Und auch diese verfolgen eine eigene Agenda. Frage ich die Fachleute eines Wirtschaftskonzernes, der just dieses Thema als Geschäftsmodell bespielt, bekomme ich eine andere Antwort, als die der Nutzer der Produtke.

Der Gegensatz dieser Meinungen ist erstmal nicht schlecht, und es ist die Aufgabe der Politik, diese unterschiedlichen Interessen zu vertreten.

1. Die Wahl der Stimmen, auf Die Du hörst:

Überlege, ob die Menschen aus Altruismus, Aufmerksamkeit oder Zusammengehörigkeitsgefühl (zu wem) handeln, oder ob sie eigene Interessen, geboren aus eigenen Erfahrungen haben.

2. Auf wen hat dieses Thema Auswirkungen

Oft spiegelt der wirtschaftliche Druck von Unternehmen nur den kurzfristigen Nutzen wider. Abschaffung der Netzneutralität zu Gunsten ein paar weniger Unternehmen schädigt zum Beispiel auf Dauer nicht mur kleine Mittelständler und die Kunden. Es schädigt langfristig auch die großen Anbieter die so komplett vom Konkurrenzdruck befreit, ihre wirtschaftliche Überlegenheit nicht mehr nutzen, diese in Innovationen oder den Aufbau großer Strukturen einzubringen. Dies zu erkennen. Ist auch die Aufgabe der Politik. So soll sie sicherstellen, dass die Strukturen eines Entscheidungsgebietes auch langfristig die dort ansässigen Menschen und Unternehmen tragen, anstatt sie herunterzuziehen. Ich denke, dass es immer einen Kompromiss gibt, mit dem alle leben können. Und nein, Glücklich sein, das können immer nur ein paar wenige. Für kurze Zeit. Zufrieden reicht.

3. Lernen schadet nicht

Auch, wenn ich nicht der Experte für ein Thema bin, und der Meinung bin, ausreichend Berater zu haben, schadet es nicht, selbst ein paar Hintergründe zu verstehen. Sonst sind die Entscheidungsträger hinterher die Getriebenen, und dienen letztendlich nur noch als Projektionsfläche für Unmut und Politikverdrossenheit.

4. Denk-Sport

Denken ist anstrengend. Sich informieren auch. Entscheidungen zu treffen auch. Schmerzhaft wird es, wenn durch zusätzliches Wissen oder weitere Erfahrungen bereits getroffene Entscheidungen in gar keinem so guten Licht mehr da stehen. Das Gegenteil wäre dann eine Gesellschaft, in der die Mehrheit unter dummen Entscheidungen von ein paar Menschen leiden müssten, weil diese nicht durchdacht waren.

Also hüllt euch nicht in die kuschlige Decke von Ignoranz und Macht, sondern hört auf Ideen, Lösungen und seid mutig genug, auch mal Fehler zu machen.

Der Eine, der alles besser macht. Wir brauchen doch nur einen Politiker, der den Durchblick hat. Einen, der endlich etwas sagt. Einen, der mal auf den Tisch haut, und die Politik wieder auf Kurs bringt. 

Wirklich? Kann es den geben? Darf es den geben?

Wir leben seit wenigen Jahrhunderten in einer spannenden Zeit, in der - gerade in den letzten Jahrzehnten - so viel automatisiert werden konnte, dass wir uns an den Gedanken gewöhnt haben. 

Alles nicht mehr selbst machen müssen. Das ist purer Luxus. Und angesichts der politischen Weltlage eine Illusion. Die Welt ist kompliziert geworden. Immer mehr prekär beschäftigte müssen sich mehr als den Großteil des Tages damit beschäftigen, ihre Existenz und vielleicht noch, falls möglich, ein paar bescheidene Extras zu sichern. Keinen Luxus. Extras über das pure Überleben hinaus. Extras, die ein kleines Maß an Selbstachtung erhalten.

Dabei wäre es wieder essentiell, dass sich Jeder mal wenigstens ein bisschen mit Politik beschäftigt. Dabei ist das Ganze Feld ein kompliziertes, da es sich einerseits auf sozialer Interaktion begründet. Andererseits auf Verhalten von Massen, und auf Interessen von Minderheiten, und auf vorhandene Ressourcen (menschlicher und materieller Art), und auf Interessen anderer Staaten und auf die Definition, was ein Staat überhaupt ist, was Bürger sind, und was wer überhaupt darf und dürfen können soll, damit das ganze System nicht aus den Fugen gerät und einer mal die Idee hat, dass er sich das Leben einfacher machen kann, wenn er einfach nur stärker ist, und allen anderen auf den Kopf haut.

Um diesen Einen zu finden, müssen wir also erkennen können, wer es ist. Wählen wir jemanden, der zu der Erkenntnis gelangt ist, dass er fortan versucht, der Stärkste zu sein, der einfach nur allen anderen erfolgreich auf den Kopf hauen muss, ist es eine Frage der Zeit, bis unser Kopf an der Reihe ist. 

Wir könnten es dann wieder mit Politik versuchen. Mit Angeboten und Verhanldungen (Hinweis: dazu bräuchten wir Verhandlungsmasse bzw. Erpressungsmaterial) diesen Einen besänftigen, so dass er so lang damit beschäftigt ist, andere zu hauen, solang noch andere da sind, funktioniert nur begrenzt. Diese Politik, die wir versuchten zu vermeiden, als wir dem Einen unbegrenzte Macht gaben.

Dass es zumindest ein Bisschen funktioniert (zumindest für Wenige, und das nur für kurze Zeit), erkennt man daran, dass es immer wieder Rechtspopulisten gibt, die Hitler toll fanden, oder Menschen in Nordkorea, die immer noch Kim Jong Un unsterstützen. Letztere befindens ich schon in der Falle, dass sie damit schon seit der 2. Herrschergeneration gar nicht mehr aufhören können. 

Also doch nach Vernünftigen Menschen suchen, die das Leben für uns regeln. Wobei hier einen neue Grenze auftaucht. Was ist Vernunft? Ist die Vernunft alles, was meine Interessen verteidigt? Was ist mein Interesse? Ist, was ich will, wirklich dauerhaft gut für mich?

So bleibt uns nichts, wenn wir ein Maß an Demokratie und freiem Leben erhalten wollen, immer weiter zu lernen. Menschen zu bewerten. Zu akzeptieren, dass sich Menschen ändern können (auch zu ihrem Nachteil). Dass Menschen auf Teilgebieten coole Ideen haben mögen, aber eventuell mies darin sind, andere Dinge zu lösen. Dass diese dann auch nicht dazu bereit sind, einzusehen, was genau sie nicht können. Es ist ein Kampf. Einer der idealerweise ohne Waffen gefochten wird. 

Es gibt sogar die Möglichkeit, an dieser stilisierten Kriegsführung, genannt Politik (die wie die Sprache oder die Höflichkeit uns einfach davon abhalten soll, bei dem gleichzeitigen Versuch, unsere Interessen gegen die Anderer durchzusetzen), ein wenig Spaß zu haben. Spaß, wie an Sport, mit dem wir Geschicklichkeit und körperliche Fähigkeiten verbessern, so auch bei der gedanklichen Leistung, unser Leben zu verbessern, ohne dem ganzen Rest erstmal den Kopf abzuschlagen. 

Es kann eine geistige Anregung sein, sich Lösungen für auf den ersten Blick unmögliches auszudenken, dafür Gleichgesinnte zu finden, und die Lösungen auszutesten. Es mag auch einfach essentiell sein. 

Es bleibt kompliziert, bleiben Sie dran.

Big Brother

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Ich hab vergessen, wo ich aufgehört habe, zu lesen, und öffne die Twitter-App.

Und wieder geht die Diskussion fast in eine hysterische Richtung. Das Burkaverbot ist in aller Munde. Und dabei wissen die meisten nicht mal genau, was eine Burka genau ist.

Populisten bedienen die Angst. Die Angst, nicht jedem... Sorry, nicht jeder ins Gesicht sehen zu können. Die Angst vor der Unterdrückung der Frau, es sei denn es sind die eigenen. Die Angst vor der Überfremdung. Die Angst vor... Ja ist ja eigentlich auch schon egal.

Eine Frau sagte in dieser Woche in einem Radiointerview: wo bleiben unsere Werte, wenn eine Frau ihre Kurven nicht mehr zur Schau stellen darf.

Ah ja. Unsere Frauen. Wessen jetzt genau? Geht es darum, dass Besitzansprüche festgelegt werden sollen, oder um wirkliche Freiheit von Frauen in unserer Gesellschaft? Was ist mit den Frauen, die sich ihrer Figur schämen (ob dies auch nur ein gesellschaftliches Phänomen ist, dass ihre freie Entfaltung einschränkt, sei dahingestellt). Und zur Schau stellen? Sagt auch wieder viel mehr, als wohl beabsichtigt war.

Dabei bin ich gar kein Freund der Verschleierung. Weder Kopftuch noch Vollverschleierung mit uniformartigem, bodenlangen Mantel und Gesichtsschleier. Weder bei Muslimas noch bei Nonnen.

Was mich stört, ist die Art, in der die Debatte geführt wird. Wenn es hochkommt werden Muslime mit stark religiöser Prägung befragt. Und dass nicht jede Muslima zur Verschleierung von ihrem Ehemann gezwungen wird, scheint in manchen Köpfen eine solche Unvorstellbarkeit zu sein, dass sie gar nicht ausgesprochen werden darf. Dass andererseits Religionen die Religion, und nicht den Menschen in den Vordergrund stellen kann, ist ein Aspekt, der so gut wie nie in den Diskussionen auftritt.

Und die Rede, dass ein Verschleierungs- ehm sorry Burkaverbot (alle, die davon betroffen sind, sollen natürlich automatisch verstehen, dass sonstige Arten von Verschleirung damit je nach Gusto des Betrachters automatisch mitbetroffen sind; und Kopftücher damit zumindest als verwerflich gebrandmarkt werden) dem Schutz vor Terror dient, impliziert einfach nur, dass der Anblick von manchen schon an sich als Terror empfunden wird.

Die Argumente, die mir in den Social Media Kanälen begegneten waren dann "im Stadtvierte XY habe ich schon Frauen mit Burka gesehen." Als ob mich diese Aussage allein schon schockieren soll. Als ob es gesellschaftlicher Konsens wäre, das ganz schlimm zu finden.

Ich wünsche mir, dass die Diskussion geführt wird, aber gelassen, ohne hysterische Überreaktion. Ohne Gesetze, die dann im nächsten minus 20 Grad Celsius Winter den Schal vor dem Mund gleich mit verbieten, oder den Integralhelm beim Motoradfahren. In Diskussion mit den Frauen, die sich aus welchen Gründen auch immer derartigen religiösen Vorschriften hingeben.

Ist das zu viel verlangt?

 

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-08/verschleierung-islam-aegypten-niqab-naher-osten-schleier-scharia

https://www.washingtonpost.com/news/worldviews/wp/2016/08/19/germanys-potential-burqa-ban-has-a-problem-where-are-the-burqas/

 

 

 

Vor wenigen Tagen hat mich eine kurze Radiodurchsage hellwach gemacht. Militärputsch in der Türkei. Brücken gesperrt. Man weiß noch nichts genaues. 

Nachdem ich in den vergangenen Monaten schon oft die Sorgen von Menschen aus meinem Umfeld hörte, die durch Heirat oder Abstammung Verwandte in der Türkei haben, dachte ich nur: ach du Scheiße.  Mein Bauchgefühl sagte mir, dass weder ein Militärputsch, noch ein Rückschlag der türkischen Regierung die Lage verbessern könnte. 

Und dann traten die schlimmsten Befürchtungen ein. 

In kürzester Zeit finden Überlegungen statt, die Todesstrafe für mindestens die Putschisten, wenn nicht gar für alle Sympathisanten, oder gleich alle, die irgendwas gegen die Regierung sagten und somit schon irgendwie dazu gehören, wieder einzuführen.

Zehntaussende Akademiker, Staatsbeamte, Richter werden entlassen, wenn sie nicht als unbedingt staatstreu gelten.

Und ehrlich gesagt - wer würde eine "demokratische" Abstimmung jetzt noch gegen die Meinung Erdogans ankreuzen, wenn er dadurch um das Wohlergehen seiner Familie oder um sein Leben fürchten müsste.  

Aber wie sieht das Ganze denn in Deutschland aus? Aus vielen Mündern höre ich derweil: Wir hier in DE, wir hätten gar keine Demokratie mehr. Die Politik macht doch, was sie will

Und in der Tat, glänzten gewählte Parteien in letzter Zeit nicht gereade dadurch, Wahlversprechen einzuhalten. Es herrscht ein seltsames Selbstverständnis, dass Pesonen sich durch die Wahl zu einer Megakompetenz erhoben fühlen. Vielen Politikern ist gar nicht mehr bewusst, dass sie nicht wegen ihres strahlenden Charakters und ihrer Unfehlbarkeit (ich kichere grad beim Schreiben) wählten, sondern weil sie den Wählern bestimmte Dinge versprachen.

Aber das Ergebnis, wenn Dinge nach der Wahl plötzlich nicht mehr sind, wie vor der Wahl, ist, dass der handelsübliche Wähler resigniert. 

Das bloße Gefühl, nichts mehr ausrichten zu können, genügt mittlerweile. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse erlauben Vielen nicht mehr, sich ausreichend zu informieren. Populismus scheint als bequeme und wirksame Methode, doch noch etwas zu bewegen. Aber wohin? Solange sich die Gebildeten zurücklehnen, und die Verantwortung ablehnen (der Pöbel hätte sich doch informieren können), wird unsere Gesellschaft immer mehr gespallten und die Abschaffung einer Demokratie erfolgte zuerst in schleichenden, kleinen Schritten. 

Ich wünsche mir, dass wieder mehr Menschen laut werden, und sich für ihre Belange einsetzen. Denn nur so können wir die jetztigen Freiheiten wahren. Können uns unbesorgt in der Bar und auf der Straße; oder hier im Internet; über Politiker und Politik mockieren. 

Wisst ihr noch, wie damals die Kumpels im Pott auf die Straße gingen, und gegen die Schließung ihrer Zeche protestierten? Proteste verganger Zeiten haben immer etwas bewirkt. Manchmal Kleingkeiten. Machmal auch nur vorübergehende Pattisituationene, die aber einem passenden Ersatz Zeit gaben, Fuß zu fassen. Aber wenn wir warten, bis die Wut zur Verzweiflung wird, ist Gewalt nicht mehr weit. Und das kann niemand mehr steuern. Regt euch auf, bevor die Büchse der Pandora nicht mehr zu schließen ist, und ihr die Gelassenheit verliert, euch über Sinnhaftigkeit und Hintergründe zu informieren.

Truth - Invertigo

Bei einem Islandurlaub habe ich gelernt, dass man dort nicht einfach Steinchen werfen darf. Man könnte sonst das unsichtbare Volk treffen und erzürnen. Weil es dort ja unzählige Feen, Trolle und Ähnliche gäbe.

In Deutschland habe ich dann mal einen Kirschkern in die Hecke geworfen. 

"TSCHILP" 

Entschuldigung, Vogel.